Spenden geben Impulse für Forschungsexzellenz

CORONA-SPENDEN HELFEN, ZUSÄTZLICHE FÖRDERMITTEL
FÜR DIE GOETHE-UNIVERSITÄT EINZUWERBEN

29. September 2020

 

FRANKFURT. Eine gute Starthilfe für langfristige Projekte ist der Goethe-Corona-Fonds für die inzwischen 30 wissenschaftlichen Teams, die seit Ausbruch der Corona-Pandemie deren gesundheitliche und soziale Folgen erforschen. Von Spendenmitteln in Gang gebracht haben zahlreiche Projekte inzwischen eine zusätzliche Förderung weiterer Geldgeber einwerben können. Spenden plus Mittel aus Bundes- oder Europa- Töpfen: Diese Kombination erlaubt den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Goethe-Universität einen langen Atem für den Corona-Forschungsmarathon. Es sind überwiegend in der Forschung tätige Medizinerinnen und Mediziner, aber auch Wirtschaftswissenschaftler, Psychologen, Soziologen und Erziehungswissenschaftler. 

 

3,2 Millionen Euro beträgt der aktuelle Spendenstand für Goethe-Universität und Universitätsklinikum. Zuletzt flossen zusätzliche Mittel von der Interessengemeinschaft Frankfurter Kreditinstitute (IFK) und der BBBank, die die Universität für Projekte rund um das Corona-Virus unterstützten. Nur ein geringer Teil der Corona-Goethe-Fonds ist zweckgebunden, etwa für Projekte der Virologie.

 

„Wir werden noch lange Zeit mit dem Virus leben müssen. Aber wir werden besser damit zurechtkommen“. Die international beachtete Virologin Sandra Ciesek ist eine der Wissenschaftlerinnen, die inzwischen als kompetente Ansprechpartnerin im Licht einer breiten Öffentlichkeit steht. Und: deren zahlreiche, durch Spenden geförderte Projekte durch weitere Mittel unterstützt werden. So gehört ihr Team etwa dem EU-geförderten Forschungsverbund CARE zur Entwicklung von COVID 19-Therapien an. Eine spezielle Zuwendung erhielt auch ihre Studie über die Rolle, die Kinder im Vorschulalter bei der Ansteckung spielen. Diese wurde u.a. durch die BHF BANK Stiftung gefördert. Andere Corona-Fonds-Projekte der Klinischen Virologin widmen sich den Fragen: Wie können Testkapazitäten gesteigert werden? Welche bereits zugelassenen Medikamente können schwere Krankheitsverläufe mildern? Was besagt der Virus-Nachweis in Klärabwässern? Und: Wie hoch ist das Risiko einer SARS-CoV- 2-Übertragung in Flugzeugen? „Wir arbeiten national und international eng vernetzt“, betont Ciesek. „So trägt jeder seinen Teil dazu bei, Fragen, die uns die Pandemie stellt, zu beantworten.“ 

 

Mehr als 15 Projektpartner greifen inzwischen auch auf die durch Spenden geförderte Biobank der Infektiologin Maria Vehreschild zurück. Ihnen dienen die Proben und Daten zu akuten Komplikationen und Spätfolgen der Erkrankung zur Grundlagenforschung. Auf diese Weise nimmt Vehreschild auch an Therapie- und bald schon an Impfstudien teil. Das Team um die Frankfurter Infektiologin bringt seine Kenntnisse aber auch in ein Beratungsnetzwerk von Ärztinnen und Ärzten zu hochansteckenden Viren ein.

 

Nicht nur Corona-Patienten im Blick hat auch das praxisbezogene Projekt der Wirtschaftswissenschaftler Andreas Hackethal und Roman Inderst. Das ursprüngliche Ziel der COVID-Cockpit-App: Covid19-Symptome nachhalten und die Kommunikation von Betroffenen mit Arzt und Klinik vereinfachen. Die App funktioniert wie ein Tagebuch für Symptome und spielt personalisierte Informationen für Patienten zurück. „Im Juli sind wir umgeschwenkt“, erklärt Hackethal, „und richten die Funktionen der App nun auf die Begleitung von Langzeitpatienten aus: bald soll sie auch von HIV-Infizierten und Menschen mit anderen viralen Krankheiten genutzt werden können.“ 

 

Und die psychischen Folgen der Pandemie? Die Frage, wie bedroht sich Menschen durch die Pandemie und die Vorsichtsmaßnahmen fühlen, steht im Mittelpunkt der Studie des Psychologen Rolf van Dick, die schon im Vorfeld überregional auf großes Interesse stieß. Die Studie steht kurz vor der Veröffentlichung. Und bald gibt es auch Teil zwei: die Erhebung aus Deutschland wird derzeit verglichen mit Daten aus anderen Ländern wie Israel, Russland, Italien, Südafrika, China und Großbritannien. 

 

Dank neu eingeworbener Mittel des Bundesministeriums für Gesundheit arbeiten etwa auch die Erziehungswissenschaftler Bernd Werse und Luise Klaus bereits an einem Folgeprojekt. Unmittelbar nach Ausbruch der Pandemie befragten sie bundesweit Streetworker und die ambulante Drogenhilfe zur Situation von Drogenabhängigen unter Corona. Nun können sie ihrer quantitativen Auswertung eine qualitative folgen lassen. 

 

Der Goethe-Corona-Fonds wurde im März zur Anschubfinanzierung von Forschungsprojekten der Goethe-Universität und des Universitätsklinikums ins Leben gerufen. Das ehrgeizige Spendenziel der Goethe-Universität liegt bei 5 Millionen. 

 

Weitere Spenden möglich unter: https://www.betterplace.org/de/projects/78009-goethe-corona-fonds-von-goethe-universitaet-universitaetsklinikum-frankfurt 

 

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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drei größten deutschen Universitäten. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist die Goethe-Universität Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main.

 

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Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Pia Barth, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Abteilung PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12481, p.barth@em.uni-frankfurt.de 

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